Sonntag, 4. September 2011

Von Österreich in die Türkei und zurück – natürlich mit der Bahn.

2008 bin ich mit dem Zug nach İstanbul gefahren, 2010 samt meiner Freundin bis Kayseri.
Für den Fall, dass sich jemand für eine solche Reise interessiert, gibt es hier eine Zusammenfassung.

2008 fuhr ich die Strecke Linz – Ljubljana (damals gab es eine Direktverbindung) – Beograd – Sofia – İstanbul – Bucuresti – Budapest – Linz.
Im Jahr 2010 dann Linz – Budapest – Beograd – Niš – Sofia – İstanbul – Kayseri – (İstanbul) – Veliko Tarnovo – (Bucuresti) – Brașov – Sighişoara – (Wien) – Linz.

Nachfolgend werde ich vor allem die Reise 2010 beschreiben.

Jänner 2014 - Aktueller Hinweis: Derzeit (bis auf weiteres oder auch für immer?) enden die Züge aus Bulgarien offenbar in Halkalı, einem Vorort von İstanbul. Von dort kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren.
Nähere Informationen gibt es möglicherweise(!) auf http://www.tcdd.gov.tr/tcdding/avrupa_ing.html oder (inoffiziell) bei http://seat61.com/Turkey.htm.

Da wird nun vielleicht schon der eine oder andere fragen, was der Spaß denn gekostet hat…
Eines ganz sicher: Weniger, als ihr wahrscheinlich denkt. Übernachten kann man in Hostels in Belgrad beispielsweise um 10 € pro Nacht. Essen und Trinken kostet deutlich weniger als bei uns. Für die Fahrkarten meiner Freundin habe ich grob geschätzt unter 200 € bezahlt, dazu kommen ggf. noch die Zuschläge für Liege- oder Schlafwagen. Für eine Strecke von insgesamt 5800 Tarifkilometern ist das sicher kein schlechter Preis.

Vorbereitung

Nachdem der Reiseplan feststand, musste ich nur noch Fahrkarten besorgen. Für mich selbst bestellte ich Personalfahrscheine für alle beteiligten Länder. Für meine Freundin musste ich natürlich Fahrscheine besorgen: Ich plante, in Budapest bei Wasteels (Ostbahnhof, Bahnsteig 9) den Balkan Flexipass (nachfolgend BFP genannt) zu kaufen, zumindest laut deren Website sollten sie ihn verkaufen.
Der BFP ist eine Art Interrail-Ticket für Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Türkei, Mazedonien, Montenegro und Serbien, jedoch billiger als Interrail. Einzelfahrkarten sind am Balkan ebenfalls sehr billig, ein BFP zahlt sich also nur aus, wenn man größere Strecken fährt. Die Preise findet man beispielsweise auf triptkts.ro oder auf den Websites der beteiligten Bahngesellschaften. Vorsicht: Es gibt Agenturen, die den BFP über Internet verkaufen und dabei den doppelten Preis verlangen.

Obwohl der Balkan laut Metternich eigentlich schon in Wien anfängt, gilt der BFP leider erst ab der ungarisch-serbischen Grenze, weshalb bis dort hin noch Fahrkarten nötig waren.
ÖBB SparSchiene von Linz bis Kelebia (letzter Halt vor der serbischen Grenze).

Fahrkarte mit Railplus-Ermäßigung von Kelebia bis zur Staatsgrenze zwischen Ungarn und Serbien.


Ich versuchte auch, für den Schlafwagen von Bulgarien nach İstanbul zu reservieren, dies gelang jedoch in Österreich nicht. İstanbul ist zwar im ÖBB-Reservierungssystem vorhanden, der Zug schien jedoch als gesperrt auf. Dies lag möglicherweise daran, dass zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher war, ob der Zug überhaupt fährt.

Es stellte sich nämlich heraus, dass die Eisenbahnstrecke zwischen Çerkezköy und Halkalı aufgrund eines Erdrutsches stark beschädigt ist, und dass die Reparatur mindestens halbes Jahr dauern würde. Die Züge zwischen Bulgarien/Griechenland und İstanbul waren zum damaligen Zeitpunkt ersatzlos gestrichen, ich konnte jedoch in Erfahrung bringen, dass ab 20. Juni, also genau ab dem Tag, an dem ich den Zug zu benutzen plante, die Züge wieder fahren würden und auf dem letzten Abschnitt von Çerkezköy bis İstanbul ein Schienersatzverkehr eingerichtet würde. Der Plan war also gerettet.

Linz – Belgrad


Halt                             an     ab     Gleis  Fahrt                                   

Linz/Donau Hbf                           5:43  7AD    EN 467  Richtung Budapest
Amstetten NÖ                      6:15   6:17  3
St.Pölten Hbf                     6:48   6:50
Wien Hütteldorf                   7:27   7:29  4
Wien Westbahnhof                  7:36   7:58  6
Hegyeshalom                       8:49   8:57
Mosonmagyarovar                   9:03   9:04
Györ                              9:21   9:22
Budapest-Kelenföld               10:33  10:34
Budapest-Keleti pu               10:49 (ca. +30)

Budapest-Keleti pu                      13:00         IC 345  Richtung Beograd
Kunszentmiklos-Tass              14:00  14:01
Szabadszallas                    14:17  14:18
Fülöpszallas                     14:24  14:25
Kiskörös                         14:45  14:50
Soltvadkert                      15:01  15:02
Kiskunhalas                      15:20  15:24
Kelebia                          15:50  16:20
Subotica                         16:31  17:06
Backa Topola                     17:48  17:51
Vrbas                            18:25  18:28
Novi Sad                         19:02  19:12
Indija                           19:48  19:49
Stara Pazova                     19:55  19:57
Novi Beograd                     20:25  20:27
Beograd                          20:36 (ca. +60)

Reisezeit: 14 Std 53 Min



Der EN 467 verließ Linz pünktlich und kam in Budapest mit etwa einer halben Stunde Verspätung an. Das war aber nicht weiter tragisch, es gab ja genug Zeitreserven.
Wir begaben uns gleich zum bereits erwähnten Reisebüro Wasteels auf Bahnsteig 9, um den BFP für meine Freundin zu kaufen. Erst dort stellten wir fest, dass wir Sonntag hatten, und das Reisebüro geschlossen war.

Der Fahrkartenschalter der ungarischen Bahn war natürlich offen, verkauft jedoch keinen BFP; aus diesem Grund entschieden wir, den BFP während des planmäßigen 35-minütigen Aufenthalts im serbischen Grenzbahnhof Subotica zu kaufen.

Wir brauchten jetzt aber noch eine Fahrkarte für den kurzen Abschnitt von der ungarisch-serbischen Grenze bis Subotica, diesen Abschnitt hätte ja eigentlich der BFP abdecken sollen, den wir in Budapest leider nicht bekommen haben. Wir gingen also zum MÁV-Auslandsschalter. Dort haben wir etwa eine halbe Stunde gewartet, um dann eine Fahrkarte für 505 Forint (etwa 1,80 €) zu kaufen. Die Ausstellung von Auslandsfahrscheinen passiert in Ungarn teilweise noch in Handarbeit, und dauert pro Fahrkarte etwa 5 Minuten. Das Ergebnis sieht dann so aus:

Deckblatt für internationale Fahrscheine der ungarischen Bahn

Fahrschein von der Grenze (Kelebia Gr.) bis Subotica

Der IC 345 war mittlerweile auch schon angekommen, und wir suchten uns dann gleich einen Platz in einem klimatisierten Waggon der tschechischen Bahn (ČD).

Bis zum letzten ungarischen Bahnhof, Kelebia, hatten wir 15 Minuten Verspätung bekommen. Die ungarische Grenzkontrolle war aber schnell fertig, so dass wir die Grenze pünktlich überquerten. Der Zug fuhr kurz darauf in den Bahnhof von Subotica ein, stoppte aber noch eine Zuglänge vor dem Bahnhofsgebäude, dort wurde die serbische Grenzkontrolle durchgeführt. Auch nachdem sie scheinbar fertig waren, durften wir nicht aussteigen. Erst bei der planmäßigen Abfahrtszeit fuhr der Zug die paar Meter weiter bis zum Gebäude, und blieb dort nur ganz kurz stehen um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen, für den Fahrkartenkauf hatten wir natürlich jetzt keine Zeit mehr.

Somit hatte meine Freundin jetzt keine Fahrkarte, weiters hatten wir noch kein serbisches Geld, weil ja geplant war, die Fahrkarte schon in Ungarn zu kaufen (und dort mit Karte zu zahlen). Ich erklärte diesen Umstand dem Schaffner, und fragte, ob wir mit Euro zahlen können. Er überlegte "eigentlich, naja, hm, ok…", erklärte dann, dass er später noch einmal kommen würde, und verschwand.

Sobald man in Serbien ist, fallen sofort einige Dinge auf: Die Türen der Waggons werden nicht vor der Abfahrt geschlossen, sondern gehen bestenfalls automatisch zu sobald der Zug sich bewegt, oder bleiben offen bis der Schaffner daran vorbeigeht. Eine zentrale Türschließeinrichtung scheint größtenteils zwar eingebaut zu sein, jedoch werden anscheinend die dafür notwendigen UIC-Kabel zwischen den Wagen nicht verbunden. Außerdem ist ein Großteil der Bahnsteige zu kurz, oder die Züge sind zu lang, je nach Betrachtungsweise.
Das ist aber ganz egal, die Leute steigen einfach auf den Gleisschotter hinunter.

Erst ganz kurz vor Belgrad kam der Schaffner wieder, und meine Freundin musste mit ihm alleine in ein leeres Abteil gehen. Dort zahlte sie schließlich 5 €, natürlich "papiersparend" ohne Fahrkarte.

Wir erreichten Belgrad schließlich mit etwa einer Stunde Verspätung.

Belgrad – Niš

Bevor wir nach Niš weiterfuhren, brauchte meine Freundin endlich den BFP. Den kauften wir im Wasteels-Büro in Belgrad, dort spricht man englisch und sogar deutsch.
Deckblatt des Balkan Flexipass

Ein BFP gilt für 5, 10 oder 15 frei wählbare Tage innerhalb eines Monats. In diesem Fall haben wir uns für den 10-Tage-Pass entschieden, dieser kostet für Jugendliche 86 € (zu bezahlen in der jeweiligen Landeswährung). Auf dem Fahrschein selbst trägt man das jeweilige Datum ein. Bei Fahrtantritt nach 19 Uhr in Nachtzügen trägt man das Datum des nächsten Tages ein.
Balkan Flexipass <26

Auf einem Zusatzblatt muss die gefahrene Strecke eingetragen werden:
Zusatzblatt zum Balkan Flexipass

Nun machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Zug 491 "Balkan Express", den wir auf den nachfolgenden Abschnitten unserer Reise noch zwei mal benutzen werden:

Bahnhof            An     Ab
Beograd                    7:50  
Rakovica            8:07   8:09  
Mladenovac          9:08   9:09  
Palanka             9:38   9:39  
Velika Plana        9:49   9:51  
Lapovo             10:05  10:07  
Jagodina           10:23  10:24  
Cuprija            10:36  10:37  
Paracin            10:43  10:44  
Cicevac            10:56  10:57  
Stalac             11:02  11:03  
Aleksinac          11:35  11:36  
Nis                12:00  12:35  
Niska Banja        12:50  12:51  
Bela Palanka       13:40  13:47  
Pirot              14:24  14:29  
Dimitrovgrad(SRB)  14:57  15:17  
Kalotina Zapad     16:26  16:42  
Dragoman           16:57  17:03  
Sofia              17:43  19:15  
Septemvri          20:39  20:40  
Pazardzhik         20:50  20:51  
Plovdiv            21:13  21:24  
Parvomaj           22:03  22:04  
Dimitrovgrad(BG)   22:41  22:59  
Simenovgrad        23:24  23:25  
Harmanli           23:40  23:41  
Ljubimec           23:57  23:58  
Svilengrad          0:10   0:45  
Kapikule            1:10   2:55  
Edirne              3:18   3:20  
Alpullu             4:22   4:27  
Cerkezköy           5:44   5:46  
Halkali             7:06   7:08  
Istanbul Sirkeci    7:50

Niš - Sofia - Plovdiv - İstanbul

In Niš haben wir einen Freund getroffen, der uns die Stadt und Umgebung gezeigt hat, unter anderem Aleksinac, Sokobanja und Niška Banja. Wir gingen mit ihm ein bißchen wandern, baden und vor allem Kaffee trinken.

Hier sind 2 Bilder von Niška Banja (das Wasser ist übrigens Thermalwasser, oberhalb des Wasserfalles läuft es durch einen Park, und man kann die Füße darin baden) und von Sokograd.



Die Gegend war uns eigentlich sehr sympatisch, wir wären gerne länger geblieben, aber ich hatte ja nur 3 Wochen Urlaub, daher mussten wir weiter.

Der Zug 491 "Balkan Express" im Jahr 2008. Der Wagen nach der Lok ist der türkische Schlafwagen von Belgrad nach Istanbul, dieser fehlte bei meiner Reise 2010 wegen der Streckenunterbrechung in der Türkei.
Wir bestiegen also 2 Tage später wieder den Zug 491, dieses Mal war er fast pünktlich.
Der Zug wurde, wie ich schon erwähnt habe, in Niš geteilt. Der vordere Zugteil fuhr weiter Richtung Griechenland, am hinteren Ende wurde eine Diesellok angespannt und wir fuhren damit Richtung bulgarische Grenze.

Die bulgarische Grenze erreichten wir relativ pünktlich, durch die Grenzkontrolle verließen wir die Grenze allerdings mit etwa 20 Minuten Verspätung, die sich bis Sofia auf 30 Minuten ausweiteten.

Ankunfts- und Abfahrtsanzeigen in Sofia. Die jeweils rechte Spalte zeigt die Verspätung in Minuten.


Am nächsten Tag gingen wir in ein Reisebüro der bulgarischen Bahn, um die Reservierung für den Schlafwagen am 20. Juni nach İstanbul zu kaufen. Dies wurde uns zunächst verweigert, mit der Begründung, dass der Zug nicht fährt. Ich hatte jedoch ein E-Mail der türkischen Bahn, worin stand, dass der Zug ab 20. Juni wieder fahre; das sagte ich auch, und die Verkäuferin telefonierte daraufhin erst einmal. Dann sah sie im Computer nach, und schließlich druckte sie uns eine Bettkarte für 2 Personen im 3er-Abteil aus. Ich hatte eigentlich nach 2er-Abteil gefragt, sie meinte dann aber, dass wir wahrscheinlich sowieso allein im Zug sein würden.
Das Bett im 3er-Abteil kostete 10 €, das Bett im 2er-Abteil 15 €.

Wir fuhren jedoch nicht direkt von Sofia nach İstanbul, sondern bestiegen am 20. Juni schon in der Früh einen Zug nach Plovdiv, um dort einen Tag zu verbringen.


Am Abend schließlich bestiegen wir wieder den "Balkan Express", unseren bereits bekannten Zug 491. Außer der Zugnummer hat er aber mit dem Zug, der uns nach Sofia gebracht hat, nichts mehr gemeinsam. Die beiden serbischen Sitzwagen von Belgrad wurden in Sofia abgehängt, der Schlafwagen aus Wien ebenso. Der planmäßige durchgehende Kurswagen von Belgrad nach İstanbul fehlte. Unser Zug bestand jetzt nur aus einem Sitzwagen nach Dimitrovgrad sowie unserem Schlafwagen.
Unser Wagen war etwa halb ausgelastet, unser Abteil konnten wir für uns behalten.

Mit E-Lok und zwei Wagen erreichten wir nach etwas mehr als einer Stunde Dimitrovgrad. Dort wurde die E-Lok und der Sitzwagen abgehängt, und eine Diesellok der Reihe 07 ("Ludmilla") übernahm unseren Schlafwagen.

Wir legten uns schlafen, und wurden in Svilengrad durch die bulgarische Polizei wieder geweckt. Die Pass- und Zollkontrolle war bei uns jedoch problemlos, so dass wir uns gleich wieder niederlegten. Als der Zug weiterfuhr, öffneten wir jedoch den Vorhang und sahen aus dem Fenster. Die Bahnstrecke verläuft nahe an der Straße, und so konnten wir den kilometerlangen Stau gut sehen, den wir gerade überholten. Wäre interessant, wie lange dieser Stau tagsüber und in der Ferienzeit erst ist. Wir überquerten die Grenze und erreichten den türkischen Grenzbahnhof Kapıkule.

Dieser Grenzübergang meiner Meinung nach ein guter Grund, nicht mit dem Bus oder Auto in die Türkei zu fahren.

In Kapıkule angekommen muss jeder aus dem Zug aussteigen, die Passkontrolle findet an einem Schalter im Bahnhof statt. Wer ein Visum braucht, muss dieses vorher an einem separaten Schalter kaufen, der neben dem hell beleuchteten Duty-Free-Shop versteckt fast ein bißchen schwer zu finden ist. Nachdem der Pass gestempelt ist, kann man wieder in den Zug einsteigen, irgendwann kommt dann jemand durch, der die Stempel kontrolliert.
Türkisches Visum.

Unsere bulgarische Diesellok wurde mittlerweile abgekuppelt und wartete auf einem Nachbargleis. Irgendwann kam dann auch der Gegenzug, gezogen von einer 441 der bosnischen Eisenbahn (ŽFBH). Einige Loks dieser Reihe, die verwandt mit der schwedischen Rc2 (ÖBB 1043) ist, wurden an die türkische Bahn (TCDD) verliehen und sind dort nun als E52 unterwegs.

Die E52 wurde dann vor unseren Schlafwagen gespannt, während der Gegenzug mit "unserer" Ludmilla bespannt wurde. Nachdem der Zug weiterfuhr, legten wir uns wieder schlafen.

Unsere Zugfahrt endete in Çerkezköy, ab dort gibt es Schienenersatzverkehr bis İstanbul.

Normalerweise sollte unser Zug hier mit 4 oder 5 Wagen (Schlaf- und Liegewagen aus Belgrad, Sofia und Bukarest) ankommen. An diesem Tag (erster Betriebstag nach mehrwöchigem Ausfall des Zuges) hat es nur der Schlafwagen von Sofia geschafft.
İstanbul - Kayseri
In İstanbul kauften wir dann Fahrkarten nach Kayseri und zurück. Meine Freundin musste mit dem BFP nur den Schlafwagenzuschlag zahlen, ich zahlte den Vollpreis: Für Fahrkarte inkl. Zuschlag (Schlafwagen 2er-Abteil) ca. 25€ pro Richtung. Nicht schlecht für eine Fahrt von etwa 1000 Kilometern.



Weiters kaufte ich gleich eine Bettkarte für die Rückfahrt nach Bulgarien.


Da man uns in den Zügen von İstanbul nach Kayseri und zurück nicht nach dem BFP gefragt hat, haben wir ganz vergessen, diese beiden Fahrten einzutragen. Den BFP wollten sie nur am Fahrkartenschalter sehen. Die Inlandsfahrkarte wird mit Name ausgestellt, einen Ausweis wollte man im Zug aber auch nicht von uns sehen.

Unser Schlafwagen war ziemlich neu, hatte Klimaanlage und sogar einen kleinen Kühlschrank im Abteil. Allerdings funktionierte bei der Hinfahrt der Kühlschrank nicht, und bei der Rückfahrt gab die Klimaanlage irgendwann im Laufe des Tages den Geist auf. In jedem Wagen gibt es ein "normales" Klo, und ein Hock-Klo.

Unser Zug verließ den Bahnhof İstanbul Haydarpaşa pünktlich um 18:25, und sollte am nächsten Tag um 11:20 in Kayseri sein, tatsächlich kamen wir mit 4 Stunden Verspätung an. Die 4 Stunden Verspätung sind auf dieser Strecke vollkommen normal, ich frage mich allerdings, warum sie nicht einfach den Fahrplan an die tatsächlichen Gegebenheiten anpassen.

In Kayseri hatte ich ein Mietauto reserviert, mit dem wir die nächsten 2 Tage Kappadokien besichtigten.



Kayseri - Veliko Tarnovo
Nachdem wir das Mietauto in Kayseri zurückgegeben hatten, gingen wir zum Bahnhof. Unser Zug zurück nach İstanbul sollte um 23:45 fahren, tatsächlich kam er etwa eine Stunde später. Nachdem wir eingestiegen waren, legten wir uns sofort nieder.

Eine 6-achsige Diesellok zog unseren Zug bis Ankara, hinter der Lok war zusätzlich ein Generatorwagen, weil die Lok anscheinend keinen Generator hat, um den Zug mit Strom zu versorgen. In Ankara wurden Diesellok und Generatorwagen dann durch eine E-Lok ersetzt. In Ankara sahen wir auch den neuen türkischen Hochgeschwindigkeitszug YHT auf einem anderen Gleis stehen. Davon hätte ich gerne ein Foto gemacht, aber wegen der Verspätung unseres Zuges wollte ich nicht aussteigen.


Um 17:15 sollten wir planmäßig İstanbul erreichen, tatsächlich wurde es aber 21:15. Und jetzt hatten wir ein Problem: Der "Balkan Express", mit dem wir am selben Abend weiter nach Bulgarien fahren wollten, fuhr planmäßig um 22:00. Wir befanden uns aber noch immer im asiatischen Teil der Stadt, mussten also mit der Fähre zuerst nach Europa zurück, und dann noch ein Stück mit der Straßenbahn fahren.

Um Punkt 22:00 fuhren mit der Straßenbahn um die letzte Kurve vor dem Bahnhof Sirkeci, und sahen den Schienenersatzverkehr-Bus, wie er gerade den Parkplatz vor dem Bahnhof verließ. Die Straßenbahn blieb schließlich in der Haltestelle stehen, aber der Bus war schon zu weit weg um nachzulaufen.
Wir liefen erst einmal in den Bahnhof, in der Hoffnung, dass es sich vielleicht doch nicht um unseren Bus gehandelt hatte. 2 Bahnpolizisten fragten uns, ob wir nach Bulgarien wollten; wir bejahten, und sie liefen mit uns zum Bahnhofsvorsteher. Der meinte zuerst schulterzuckend, dass es nicht sein Problem sei, wenn wir zu spät kommen. Nachdem ich ihm erklärte, dass wir aus Kayseri kommen und unser Zug 4 Stunden Verspätung hatte, ließ er sich zuerst die Fahrkarten zeigen und griff dann zum Telefon. Innerhalb weniger Sekunden kam von irgendwo jemand, der uns nach draußen zu einem wartenden Taxi brachte. Er sagte, wir sollten dem Taxifahrer 5 Lira geben, erklärte auf türkisch dem Taxifahrer was zu tun war, und dann begann eine filmreife Verfolgungsjagd. Der Bus wartete auf uns, wir erreichten ihn nach weniger als 5 Minuten.

Mit dem Bus fuhren wir also wieder nach Çerkezköy, wo der Zug schon bereitstand. Dieses Mal hatte er 4 Wagen. Wir bestiegen den rumänischen Schlafwagen Richtung Bukarest.

Halt              Datum       an     ab     Gleis  Zug

Istanbul Sirkeci  Mo, 28.06.         22:00         81032
Halkali                       22:36  22:38
Cerkezköy         Di, 29.06.   0:00   0:02
Alpullu                        1:19   1:24
Edirne                         2:28   2:30
Kapikule                       2:52   4:05         492
Svilengrad                     4:30   5:08
Ljubimec                       5:20   5:21
Harmanli                       5:37   5:38
Simenovgrad                    5:53   5:54
Dimitrovgrad(BG)               6:19   6:50         464
Mihajlovo                      7:46   7:47
Stara Zagora                   8:06   8:16
Zmejovo                        8:35   8:41
Tulovo                         8:58   9:15
Dabovo                         9:23   9:30
Plachkovci                    10:25  10:26
Trjavna                       10:34  10:35
Careva Livada                 10:46  10:47
Drjanovo                      10:56  10:57
Sokolovo                      11:07  11:08
Veliko Tarnovo                11:22                                                                                

Reisezeit: 13 Std 22 Min

Planmäßig hätte der Zug 491 (von Bulgarien nach Istanbul) lange vor unserem Zug am Grenzbahnhof Kapıkule eintreffen müssen, wir waren jedoch zuerst dort. Der 491 fuhr erst ein, nachdem wir mit der Passkontrolle schon fertig waren. Wieder wurden die Loks der beiden Züge getauscht, unsere türkische Lok kam auf den Gegenzug, und die bulgarische Lok vom Gegenzug bekamen wir. Am nächsten Bahnhof, Svilengrad, sah ich am Nachbargleis einen Zug aus Liegewagen und geschlossenen Autotransportwagen. Das müsste eigentlich der Optima-Express gewesen sein.

Veliko Tarnovo - Brașov
Wir verbrachten eine Nacht und zwei halbe Tage in Veliko Tarnovo.


Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Rumänien. In Rumänien sind alle Fernverkehrszüge reservierungspflichtig. Wer in Rumänien eine Fahrkarte kauft, bekommt automatisch die Reservierung dazu. Wir waren aber noch in Bulgarien, und wussten nicht, wie voll der Zug morgen werden würde. Was ich allerdings wusste: Es gab nur einen Sitzwagen. Also wollte ich lieber nichts riskieren, und besser reservieren. Die bulgarische Bahn hat in allen größeren Städten Reisebüros abseits der Bahnhöfe. An den Bahnhöfen selbst werden Fernverkehrstickets nicht überall verkauft. Von der Website wusste ich die Adresse dieses Reisebüros, allerdings konnte ich es trotzdem nicht auf Anhieb finden. An der genannten Adresse befand sich ein Gasthaus. Erst nachdem wir die Straße ein paar mal auf und ab gelaufen waren, sah ich auf der Glastür des Gasthauses einen A4-Zettel kleben, auf dem in kyrillischer Schrift nur die Bezeichnung des Reisebüros stand, sonst nichts: "БДЖ-РИЛА", also BDŽ-RILA.
Tatsächlich befand sich das Reisebüro in einem Nebenzimmer des Gasthauses.
Bulgarische Platzkarte. Interessanterweise fast ausschließlich deutsch beschriftet.
Eine Reservierung für den Anschlußzug von Bukarest nach Brașov konnte ich hier nicht bekommen.

Halt                  Datum       an     ab     Gleis  Fahrt   Bemerkungen

Veliko Tarnovo        Mi, 30.06.         11:23         464     Richtung Bucuresti
Gorna Orjahovica                  11:40  13:25         462
Polski Trambesh                   13:57  13:58
Bjala                             14:11  14:12
Borovo                            14:32  14:33
Dve Mogili                        14:46  14:47
Ivanovo(BG)                       15:03  15:04
Ruse(BG)                          15:25  16:00
Giurgiu Nord                      16:25  16:40
Bucuresti Nord Gr. A              18:30

Bucuresti Nord Gr. A                     19:10         EN 472  Richtung Budapest
Ploiesti Vest                     19:50  19:51
Campina                           20:13  20:14
Sinaia                            20:56  20:58
Predeal                           21:34  21:36
Brasov                            22:06

Reisezeit: 10 Std 43 Min

Wer aufgepasst hat, hat bemerkt, dass wir wieder in den selben Zug eingestiegen sind, mit dem wir am Tag davor gekommen sind.
Zugbildung: ein rumänischer Sitzwagen 2. Klasse von Dimitrovgrad nach Bucuresti, sowie ein rumänischer Schlafwagen und ein türkischer Liegewagen von İstanbul nach Bucuresti. In Veliko Tarnovo kam der Zug mit 40 Minuten Verspätung an, aber ab Gorna Orjahovica waren wir pünktlich unterwegs. Dort wurde unser Zug mit einem anderen Zug, der von Thessaloniki und Sofia kam, verbunden.

Unser Sitzwagen war schon ziemlich desolat. Es gab 8er-Abteile, wir haben unseres aber bis kurz vor Bukarest für uns allein. Die Reservierung hätten wir uns auch sparen können.

Im Grenzbahnhof Ruse sahen wir den nächsten Gegenzug nach İstanbul (ebenfalls mit Zugteil nach Sofia und Thessaloniki).
Nach der Grenzkontrolle und dem Lokwechsel überquerten wir mit Schrittgeschwindigkeit die Donau, die natürliche Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien. Die Donaubrücke ist zweistöckig: Oben fahren die Autos, darunter die Bahn.
Die Donau, zwischen Rumänien (links) und Bulgarien (rechts).
Willkommen in Rumänien.
Wir kamen in Bukarest fast pünktlich an, und holten uns dann die obligatorische Resevierung für den Zug nach Brașov, die man uns in Bulgarien nicht verkaufen konnte. Dafür mussten wir unsere Fahrkarten (bzw. BFP) vorzeigen, und deren Nummer wurde auf der Reservierung auch eingetragen.
Platzkarte für Inlandsverbindung der CFR.
Dieses Mal saßen wir in einem Großraumwaggon, der entweder ganz neu oder frisch modernisiert war: Es gab Klimaanlage, und außen ein elektronisches Display für den Zuglauf. Der Zug war voll, und so war es dieses Mal gut, eine Reservierung zu haben. Nachdem sowieso Reservierungspflicht herrscht, gibt es keine Zettel oder Anzeigen über den Sitzen, an denen man ablesen könnte, wo reserviert ist und wo nicht.

Brașov erreichten wir mit etwa einer halben Stunde Verspätung.

Brașov - Sighişoara - Linz
Von Brașov hatte ich mir irgendwie mehr erwartet. War zwar eine nette Stadt, aber nicht sooooo besonders.

Am Bahnhof gibt es ein Wasteels-Reisebüro, in dem wir die nächsten Reservierungen und Fahrkarten buchten.
rumänische Platzkarte von Brașov nach Sighişoara. Zug 374, Wagen 432, Plätze 25+26.

Bettkarte von Sighişoara nach Wien, 2 Personen im Schlafwagen (2er-Abteil).

Fahrkarte meiner Freundin durch Ungarn durch.
Auch problemlos möglich: In Rumänien eine Reservierung für den Railjet von Wien nach Linz kaufen.
Wir verbrachten noch einen schönen Tag in Sighişoara. Angeblich soll hier Vlad III. "Dracula" Ţepeş einmal gewohnt haben, es gibt auch ein "Dracula-Geburtshaus", das aber erst nach seinem Tod gebaut worden ist.

Am Abend stiegen wir in den Dacia. Nicht das Auto, sondern den gleichnamigen EuroNight 346:

Halt                Datum       an     ab     Gleis  Fahrt   Bemerkungen

Sighisoara          Fr, 02.07.         20:50         EN 346  Richtung Wien
Medias                          21:22  21:23
Blaj                            22:01  22:02
Alba Iulia                      22:37  22:38
Simeria                         23:33  23:40
Deva                            23:50  23:52
Arad                Sa, 03.07.   2:01   2:04
Curtici                          2:23   2:38
Lököshaza                        1:50   2:13
Bekescsaba                       2:50   2:53
Szolnok                          3:51   3:55
Budapest-Keleti pu               5:17   6:00
Budapest-Kelenföld               6:13   6:14
Györ                             7:26   7:27
Mosonmagyarovar                  7:45   7:46
Hegyeshalom                      7:55   7:58
Bruck/Leitha                     8:16   8:17
Wien Westbahnhof                 8:58         9

Wien Westbahnhof                        9:20  8      RJ 162  Richtung Zürich
St.Pölten Hbf                   10:00  10:02
Linz/Donau Hbf                  10:50         5AE

Reisezeit: 15 Std


Unser Schlafwagen ist ein österreichischer "P", über 50 Jahre alt, aber innen komplett modernisiert, so dass man davon fast nichts merkt.

Wenn man Liege- oder Schlafwagen fährt, bekommt man normalerweise vom Wagenbetreuer den Hinweis, man solle in der Nacht die Tür absperren, meistens zeigt er dann auch, wie das geht. Hier Drehen, dann da Kette einhängen, usw., normalerweise eh logisch.

Bei unserem Schlafwagen gab es an der Abteiltür innen einen Drehknopf (von außen mit Vierkant sperrbar), zusätzlich einen Metallbügel. Der Schlafwagenbetreuer erklärte, dass wir auf jeden Fall nachdem wir den Metallbügel geschlossen haben, noch ein Handtuch durch den Bügelverschluss zu ziehen, so dass man ihn auch wirklich nicht aufmachen kann.
Mir ist dann wieder eingefallen, dass ich schon öfter gelesen habe, dass in den Nachtzügen in Ungarn sehr häufig gestohlen wird
Wir haben jedenfalls so gemacht, wie der Schaffner uns geraten hat, und haben uns dann niedergelegt.

An der Grenze von Rumänien zu Ungarn gab es große Schengen-Wichtigtuerei. Von uns wollten sie zwar nur die Pässe sehen, aber sonst dürften sie dem Lärm nach den halben Waggon zerlegt haben.

Irgendwann wachte ich während der Fahrt auf. Vielleicht zufällig, vielleicht habe ich auch ein Geräusch gehört. Jedenfalls sah ich, wie jemand Abteiltür einen Spalt weit öffnete. Weiter ging nicht, weil das Handtuch und der Sicherheitsbügel das verhinderten. Ich stand schnell auf, zog die Tür zu und drehte den Sperrknopf zurück. Danach war Ruhe. Zeitmäßig müsste das irgendwo zwischen Budapest und Győr passiert sein.

Das Problem ist offiziell bekannt, weil in den vergangenen Jahren sogar schon ein Abgeordneter des ungarischen Parlaments bestohlen wurde. Die ungarische Polizei und ungarische Bahn können (oder wollen) aber anscheinend nichts dagegen tun, und die Schlafwagenbetreuer haben selbst Angst.

Ich habe schon viele Nachtzüge benutzt, mehrmals nach Deutschland, einmal von Italien heim, aber auch mehrmals durch Tschechien nach Polen, und 2008 bin ich auch schon Sofia - Istanbul und Istanbul - Bukarest im Nachtzug gefahren. So ein Erlebnis hatte ich bis jetzt aber nie gehabt.

Ich persönlich werde nach dieser Erfahrung Nachtreisen durch Ungarn in nächster Zeit wahrscheinlich eher vermeiden.

Der letzte Rest der Reise zurück nach Linz verlief völlig unspektakulär, nur den Railjet haben wir um ein paar Minuten versäumt, weil auch der "Dacia" etwas Verspätung hatte, weswegen wir mit dem kurz danach fahrenden Intercity heimgefahren sind.

Hier endet fürs erste einmal meine kurze Reisezusammenfassung, falls noch Unklarheiten oder Fragen auftauchen, werde ich den Artikel aber gerne noch nachbearbeiten.


Informationen der TCDD über Fahrpläne und Fahrkarten in die Türkei
Alternative: Autoreisezug "Optima-Express" Villach - Edirne

Kommentare:

  1. Ich habe mich ziemlich geärgert, als ich vor kurzem von der Streckensperre zwischen der Bulgarischen Grenze und Istanbul erfuhr. Wieder mal zu lange gewartet, um mit dem Zug aus Österreich nach Istanbul zu fahren. Auch wenn gerade etwas anderes kolportiert wird - und auch die Vorzeichen anders stehen - hoffe ich doch, dass die Strecke wieder einmal durchgängig befahrbar ist...

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    1. Hallo Andersreisender,
      hast du konkrete Infos über diese Streckensperre? Wir wollen nämlich von München nach Istanbul und haben vor kurzem Fahrkarten für die Strecke kaufen können. Wenn ich jetzt nach der Verbindung suche, bekomme ich allerdings keine mehr!?
      Geht die Route über Bukarest nach Istanbul?
      Ich hoffe du schaust demnächst wieder auf diese Seite, wär ne ziemlich nützliche Info!

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    2. Laut http://seat61.com/Turkey.htm (der Autor der Seite ist gewöhnlich gut informiert) gibt es einen Schienenersatzverkehr (Bus) zwischen Kapikule (Grenzbahnhof Bulgarien-Türkei) und Istanbul.
      Ich habe damals, als auch nicht klar war, ob die Verbindung möglich ist, an ticaretuluslararasiyolcu@tcdd.gov.tr geschrieben (auf englisch), von dort habe ich auch eine Antwort bekommen (allerdings erst nach etwa 2 Wochen und in französischer Sprache).

      Es ist möglich, sowohl von Belgrad über Sofia als auch von Bukarest aus nach Istanbul zu gelangen, aber in beiden Fällen wird man in Kapikule in den Bus umsteigen müssen.

      Eine elektronische Schlafwagenbuchung für Sofia-Istanbul kann man in Österreich und auch in Deutschland NICHT kaufen. Macht aber nichts, man bekommt sie auch noch kurzfristig direkt vor Ort am Bahnhof in Bulgarien.

      Ob die Buchung der Verbindung Bukarest-Istanbul bei uns möglich ist, weiß ich nicht.

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  2. Ich starte am Samstag eine sehr ähnliche Reise, nur dass ich dann weiter Richtung Indien fahre.

    Hattest du keine Probleme mit dem ungarischen Zugbegleiter, dass dein Ticket nicht bis Belgrad weiter ging? Ich habe früher mal ein Ticket von Wien nach Hegyeshalom (GR) gekauft und online ein Ticket Hegyeshalom - Budapest. Der Schaffner meinte, ich bräuchte ein durchgehendes Ticket und als ich mich weigerte drohte er sogar mit Polizei und dass er mich aus dem Zug schmeißt. Ich bin geblieben, war dann aber nix. In die andere Richtung war das ähnlich. Hattest du bei der Fahrt nach Subotica mit den Ungarn keine Probleme?

    Ich würde es gern für Samstag wieder ähnlich machen: ÖBB-Ticket nach Hegyes, dann bei der MAV online eines nach Kelebia und entweder beim Waastels Schalter in Budapest einen Flexipass kaufen oder beim serbischen Schaffner ein Ticket nach Belgrad. Ich hoffe das funktioniert.

    Übrigens, sehr hilfreiche Reisebeschreibung! Ich kannte dich von Twitter, deinen Blog hab ich jetzt gefunden, als ich nach Flexipass gegoogelt hab. Vielen Dank!

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    1. Die ungarische Bahn legt meines Wissens sehr großen Wert darauf, dass der billige Inlandstarif auch tatsächlich nur von Inlandsreisenden benutzt wird. Nach dem Motto "Die Ausländer sollen gefälligst den Touristenzuschlag zahlen" wurde da zumindest in der Vergangenheit sehr streng vorgegangen. Ich wüsste auch nicht, dass sich daran etwas geändert hat.

      Wir hatten mit dem ungarischen Schaffner nur deshalb keine Probleme, weil wir ja schon Fahrkarten hatten. Ich hatte Personalfahrkarten, und meine Freundin hatte eine Sparschiene von Linz bis Kelebia und eine Vollpreisfahrkarte von Kelebia bis "Subotica Gr.", damit ist der Schaffner im Zug bis Budapest einmal zufrieden. Für den fehlenden Abschnitt bis zum Bahnhof Subotica haben wir uns in Budapest noch eine Fahrkarte gekauft (bzw. würde ab Subotica Gr. ja der Balkan Flexipass gelten, wenn wir den bekommen hätten).

      Wenn du das ungarische Onlineticket schon gekauft hast, kannst du Probleme mit dem ungarischen Schaffner vermeiden, indem du gemeinsam mit dem Schaffner in Hegyeshalom einsteigst (und somit eine "echte" Inlandsfahrt fährst). Dazu musst du halt mit dem vorherigen Zug (zB Regionalzug) nach Hegyeshalom fahren.

      Wenn du das ungarische Onlineticket noch nicht hast, würde ich einfach eine normale internationale Fahrkarte von der ÖBB-Kassa kaufen, am besten "Sparschiene" sofern so kurzfristig noch was verfügbar ist.

      Wenn du noch andere Fragen hast, kannst du mir gerne auch per E-Mail schreiben. Weitere nützliche Infos findest du sicher auch auf seat61.com, ansonsten wünsche ich dir eine schöne Reise!

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